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Technik

    Die ersten dreirädrigen Runabouts entstanden in Malvern Link, Worcestershire, im Jahre 1910. Die ein- und zweisitzigen Flitzer, anfänglich reine Trial-Wettbewerbsfahrzeuge, waren Konstruktionen des jungen H.F.F. Morgan, der anfänglich gar nicht im Sinn gehabt hatte, unter die Automobilhersteller zu gehen. Sein für sich selbst gebauter Dreiradwagen mit Motorradmotor fand aber soviel Begeisterung bei Freunden und Bekannten, dass Morgan sein kleines Bus- und Transportunternehmen aufgab und fortan dreirädrige Sportfahrzeuge in kleiner Serie auflegt.

    Kleine Serie - das blieb bis in die heutige Zeit die Firmenphilosophie des Hauses Morgan. Aus den Sportwagen, die meist in Querfeldein-Trials und kleinen Bergrennen eingesetzt wurden, entwickelten sich Familienautos und Lieferwagen, und die mit Motoradaggregaten von Matchless, Anzani oder JAP angetriebenen, preiswerten und wirtschaftlichen "Threeweehlers" eroberten sich einen Markt, der zunächst größtenteils aus Motoradumsteigern bestand.

    Den steuerbegünstigen Dreiradwagen stellte man erst im Jahre 1936 ein vierrädriges Modell zur Seite. Es mag der Erfolg der Konkurrenzmarke MG gewesen sein, der zu dem Entschluß führte, künftig auch "Fourweehler" zu bauen. Jetzt war der Morgan für viele Sportwagenfans erst ein "richtiges" Auto. Die Modellbezeichnung "Morgan 4/4" sollte deutlich machen, dass der Wagen vier Räder und einem Motor mit vier Zylindern aufwies. Das 1122-ccm-Aggregat, 34 PS stark, bezog man von der Firma Coventry-Climax. Es gab den vierrädrigen Morgen anfänglich nur als zweisitzigen Roadster, kurze Zeit später auch als Tourer mit vier Sitzen.

    Mit Auftauchen des 4/4 waren die Threeweehler aber keineswegs zu den Akten gelegtworden. Es gab sie - wenn auch nur in geringer Stückzahl - noch bis 1952. Doch dominierte ab 1946 die vierrädrigen Fahrzeuge. 1949 entstand der berümte "Plus Four", dessen 2,1-Liter-Standard-Motor der gleiche war wie im Triumph Roadster. Der Vierzylinder leistete 68 PS. Vier Jahre später kamen wieder Triumph-Motoren zum Einsatz, jetzt der vom TR2, mit 90 PS.

    Einen Meilenstein im Morgan-Automobilbau stellt der Ende 1968 vorgestellte "Plus Eight" dar. Der Motor dieses Modells war der 3,5-Liter-V8 amerikanischer Herkunft, der auch im Rover 3500 zu finden war. Das bullige 165-PS-Aggregat aus Leichtmetall ließ den bretthart gefederten Roadster an die 200 km/h schnell werden.

    Signifikante Änderungen gab es nur im Detail, etwa adei den 1953 eingeführten Stromform-Scheinwerfern, die jetzt in den Kotflügeln saßen, oder beim geänderten Kühlergrill. Den Kastenrahmen mit vorderer Einzelradaufhängung (Schraubenfedern) behielt man mit nur geringen Modifikationen bei. Dennoch täuscht man sich, wenn man meint, ein Morgan sei - abgesehen von der Motorisierung - wie der andere. Ständig flossen Verbesserungen in die Serie ein, bei den Achsen, den Bremsen, der Kühlung, beim Auspuff, bei den Instrumenten.

    Rechtzeitig zum neen Jahrtausend präsentiert die Morgan Motor Co. Ltd. beim Genfer Salon 2000 den Aero8 - auf dem Grenzstreifen zwischen gestern und morgen, Klassik und Moderne, Tradition und Innovation. Mit der Patina ehrwürdigen Alters überzogen bringt zunächsteinmal der Name längst verschollens zum Klingen. Aero, so hießen zwischen 1919 und 1936 die flinksten unter den Dreirädern, windschlüpfrig und nach oben offen wie ihr doppelt so schneller Nachfahr.

    Der bis 2000 auf einen Hubraum vom 4,6 Litern angewachsene V8 erfüllt die immer stenger werdenden Abgasnormen nicht mehr. Nach 35 Jahren wird er abgekündigt und soll zukünftig durch den neuen "Morgan Roadster" mit Ford-V6-Motor ersetzt werden. Die Puristen und Fans des V8 werden damit schwer zu kämpfen haben. Aber wie schon sooft in der Morganhistorie wird sich auch dieser neue Motor durchsetzten zumal der Roadster noch schneller wurde. 

 

 

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